Es tut sich Ungewöhnliches auf dem Feld von Kobels Hof in Kleinhöchstetten, Tische werden in der «Hoschtet» weiss aufgedeckt, Leuchtgirlanden von Baum zu Baum gespannt. Daneben nimmt die Outdoorküche langsam Form an, im Erdhügel klafft ein grosses Loch, in alten Fässer knistern die brennenden Holzscheite. Alles wird für eine einmalige Begegnung hergerichtet: Im Rahmen der Kulinata treffen Menschen auf Produkte, welche vom Hof oder aus nächster Umgebung stammen und von einem Spitzenkoch direkt auf dem Feld ausschliesslich über dem Feuer zubereitet werden. Ein Anlass angelehnt an das aufstrebende Farm-to-table Konzept mit dem Fokus für die Nachhaltigkeit. Die Vorfreude ist riesig, das Wetter perfekt, die Vorbereitungsarbeiten und der obligate Stress kurz vor dem Eintreffen der Gäste treiben allen die Schweissperlen auf die Stirn. Und dann ist es soweit!

Wieder einmal stehen meine drei Lieblingsbuchstaben auf dem Gepäckstreifen – CPH. Lange habe ich mich darauf gefreut, auf zwei Rädern durch Vesterbro zu kurven und sich vom einen Hotspot zum nächsten treiben zu lassen. Die Wetteraussichten verheissen Gutes und die Sonnenbrille erhält seit langem die Gelegenheit ihrem Namen wieder gerecht zu werden. Aber dass man sich sogar darüber Gedanken machen musste, Mitte April in Kopenhagen eine Sonnencreme zu kaufen, damit rechnete ich nicht. Beste Voraussetzungen also sich das eine oder andere Craft-Beer an den Tischen direkt vor den trendigsten Brauereinen Dänemarks zu gönnen. Gleichzeitig kann man sich dabei den Kopf zerbrechen, in welchem der unzähligen Restaurants man sein Geld am Abend ausgeben will: relæ, Höst, manfreds, Paté Paté, 108, Baest, Mirabelle, Bror und und und. Tja, wer die Wahl hat, hat die Qual.

Wer nach dem Komma im Titel nur noch Bahnhof versteht, hat möglichweise eine Bildungslücke, welche sich unvorteilhaft auf den Kaffeegenuss auswirken könnte. Kein Problem, mir gings vor nicht allzu langer Zeit auch so. Am Münstergassmärit in Bern wird einem aber rasch mit viel Wissen und heissem Kaffee von der mobilen Siebträgermaschine geholfen. Mobile Siebträgermaschine? Naja, ehrlicherweise müsste man sagen, sie wurde von Lukas Niederhauser mobil gemacht. Jeden Samstag scheut er den Aufwand nicht, sein silbernes Arbeitstier geschickt in sein Auto zu verladen und an der Münstergass für ein paar Stunden in die Freiheit zu entlassen. Auch das Wasser überlässt er nicht dem Zufall. Er vertraut auf die Qualität seines Hauswassers, nahe dem Gurten – frisch gezapft und mit der perfekten Wasserhärte für geschmacksvollen Kaffee. Wenn ich dir erzähle, dass Lukas Kaffeeröster ist, dann sollte nun klar sein, mit welcher Leidenschaft er sein Kerngeschäft betreibt. Aber eins nach dem andern…

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